Politiker (m/w/d) gesucht
Innerhalb eines politischen Fünfjahreszyklus werden in Deutschland alle Parlamente von der Landes- bis zur Europaebene neu gewählt. Dabei werden insgesamt mehr als 2000 Mandate neu vergeben. Hinzu kommen rund 200.000 Mandate in Gemeinderäten, Stadträten und Kreistagen, die in der Regel alle fünf Jahre, in Bayern alle sechs Jahre neu gewählt werden, sowie politische Wahlämter wie Bürgermeisterposten in ca. 11.000 Kommunen. So groß die Zahl politischer Mandate insgesamt ist: Im konkreten Wettbewerb bleibt das Feld überschaubar. In der Wahl zu Gemeinderat, Landtag oder Bundestag tritt man gegen eine sehr begrenzte Zahl von Mitbewerber*innen an. Darin liegt die Chance.
Wer politische Arbeit systematisch betreibt, ist im Vorteil gegenüber denen, die sich auf Erinnerung, Zufall und soziale Medien verlassen. Es braucht dazu aber mehr als Excel-Listen und WhatsApp-Gruppen. Politische Arbeit bezieht sich auf eine Vielheit von Vorgängen und Beziehungen, die sich über teils sehr lange Zeiträume erstrecken. Die Zahl der Kontakte wächst mit jedem Gespräch und jeder Veranstaltung; die Zahl derer, die man auf dem Laufenden halten möchte und denen man etwas zugesagt hat, ebenfalls. Nicht nur politische Vereine, auch politisch Ambitionierte nutzen deshalb Constituent Relationship Management Systeme wie CiviCRM.
CiviCRM ist ein System, in dem Kontakte, Vorgänge und Kommunikation zusammenlaufen. Es handelt sich um freie Open-Source-Software, die seit über 20 Jahren entwickelt und von über 15.000 teils namhaften Organisationen weltweit genutzt wird. CiviCRM eignet sich für Einzelkämpfer genau so wie für Teams. Polbeo macht diese Software verfügbar und hält sie dauerhaft einsatzbereit.
Die algorithmisch verzerrte und durch Desinformation gespaltene Öffentlichkeit, das Verschwinden des klassischen Lokaljournalismus und die schwache Bindewirkung politischer Vereine machen es notwendig, sich um jede Begegnung und jedes persönliche Gespräch zu bemühen. Auch der wieder wichtiger gewordene Haustürwahlkampf ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Die Erfahrung zeigt, dass es dabei großen Nachholbedarf hinsichtlich des Einsatzes digitaler Werkzeuge gibt. Viele Menschen, die im Beruf softwareunterstützt arbeiten, finden in den vielfach überalterten politischen Vereinen nichts Entsprechendes vor.
Softwaregestütztes Constituent Relationship Management gewinnt insofern drastisch an Bedeutung. Funktionierendes Kontaktmanagement und ein saubere Vorgangsverwaltung sind für die Mobilisierung von Unterstützerinnen und Wählerinnen bedeutend nachhaltiger, als sich in den sozialen Medien zu vergeuden. Denn ob es der Algorithmus zulässt, das eigene Publikum mit den sachlich relevanten Themen am Tag X zu erreichen, ist vollkommen ungewiss.
Wie ein Hausarzt im Behandlungszimmer mit einem Blick auf den Bildschirm Krankengeschichte und Anknüpfungspunkte für das persönliche Gespräch findet, braucht auch politische Arbeit die Möglichkeit, einen spontanen Blick in die Akte werfen zu können. Denn in der politischen Arbeit fließt täglich sehr viel Information: E-Mails, Gespräche am Telefon oder in der direkten Begegnung, Notizen, Informations-Versatzstücke aus dem Hintergrundrauschen der Medien. Wer bereits ein Mandat hat, bekommt es zusätzlich mit Bürgeranliegen, Ausschussarbeit, Wahlkreisterminen sowie mit den Anliegen von Vereinen, Unternehmen und Kommunen im eigenen Wahlkreis zu tun.
Als Gemeinderat hat man stets die ganze Kommune im Blick, ein Landtagsabgeordneter ist statistisch Ansprechpartner für rund 30.000 Wahlberechtigte, ein Bundestagsabgeordneter für rund 100.000. Da hilft es nicht, wenn man sich nur die Namen der Bürgermeister und Vereinsvorstände des lokalen Fußballvereins zu merken versucht. Auch wird es nicht funktionieren, sich auf die Partei zu verlassen. Deren Engagierte stehen vor der exakt gleichen Herausforderung und operieren in den meisten Fällen allein mit dem personengebundenen Wissen einer kleinen Schar Aktiver.
CiviCRM ist keine „magische Software“, sondern – ähnlich der Patientenakte eines Hausarztes - die Operationsbasis politischer Beziehungsarbeit. Es ist insofern ein recht schnödes Arbeitsmittel, dessen Benutzung fünf konkrete Verbesserungen politischer Arbeit mit sich bringt:
Erstens gehen Kontakte nicht verloren. Wer in einem Gespräch oder bei einer Veranstaltung Interesse gezeigt hat, kann mit Thema, Anlass und nächstem Schritt erfasst werden. Zweitens tut man sich leichter, Zusagen zu halten. Wenn jemand ein Anliegen hat und eine Rückmeldung erwartet, bleibt dies als Vorgang und Aufgabe sichtbar. Drittens werden Beziehungen verständlicher. Es geht nicht allein um Kontakte, sondern auch darum, wie sie zueinander oder zu Vorgängen in Beziehung stehen. Wer Stakeholder- und Issue Management betreiben will, findet hier gutes Werkzeug. Viertens wird Kommunikation gezielter. Das Handeln bezieht sich auf Vorgänge, mit denen nur bestimmte Akteure und Gruppen verbunden sind. Kontakte können entsprechenden Gruppen zugeordnet und differenziert nach Gruppen angesprochen werden, etwa, um an einer Veranstaltung teilzunehmen. Fünftens wächst die Arbeitsfähigkeit mit. Wer sich früh um eine zentrale Datenhaltung bemüht, dem fällt es später leichter, mit diesen Daten arbeitsteilig im Team zu arbeiten, sowohl im Wahlkampf, als auch in der Wahlkreisarbeit oder der parlamentarischen Arbeit.